Gutes Verhältnis

Wie eng die Beziehung zwischen Mutter und Sohn war, lässt sich aus ihrem Leben ableiten. Fritz wohnte sein ganzes Leben lang bei seiner Mutter und verband 1887 ihren Namen mit dem seinen. Sie unterstützte ihn intensiv bei seiner großen Leidenschaft, der Kunst. Beide hatten den gleichen Geschmack. Sie unternahmen oft gemeinsame Reisen und suchten dabei nach Kunstwerken.

Mutter und Sohn lösten einander bei öffentlichen Versteigerungen ab. Das wissen wir aus Fritz’ Notizen in Auktionskatalogen: Beim Käufer steht dort: „musée” oder „maman”. Henriette spielte somit eine wichtige Rolle bei der Zusammenstellung der Sammlung.

 

Neues Museum

Henriette van den Bergh engagierte nach Fritz’ Tod den berühmten Antwerpener Architekten Joseph Hertogs, um neben dem Wohnhaus der Familie ein neues Museum zu bauen. Es befindet sich auf der Ecke Lange Gasthuisstraat - Arenbergstraat. Der gotische Stil erinnert an flämische Patrizierhäuser aus dem 16. Jahrhundert, der großen Blütezeit Antwerpens. Bei der Fassade handelt es sich sogar um die Kopie eines solchen Hauses.

 

Modern

Ende 1904 - gut drei Jahre nach Fritz’ Tod - war das Privatmuseum fertig. Man konnte es auf Anfrage, Einladung und auch bei einigen jährlichen Feiertagen besichtigen. Das Museum bewahrte seine Stücke optimal und gut gesichert auf. Henriette van den Bergh sorgte auch für umfangreiche Informationen der Besucher und wissenschaftliche Studien. Sie starb 1920 im Alter von 81 Jahren. Die Sammlung und das Haus vermachte sie 1906 einem Rat von Regenten. Seit 1951 wird das Museum als städtisches Museum verwaltet.

 

Ein eigenes Museum?

Wollte Fritz Mayer van den Bergh selbst ein Museum? Zweifellos. Bei einigen Ankäufen schrieb er sogar „musée” in den Auktionskatalog. Er erwarb auch schon Stücke für die zukünftige Einrichtung: Kaminverkleidungen, Möbel, Deckenbalken und vieles mehr. Die einzigartige Innenausstattung verleiht dem Museum einen ganz besonderen Charme. Vermutlich plante Fritz Mayer Van den Bergh ein Schlossmuseum. Welcher Stil ihm dabei vorschwebte, wissen wir jedoch nicht.