Van Eycks Gemälde Madonna am Springbrunnen zeigt Maria in einem dichtbewachsenen blühenden Garten. Sie trägt ein langes blaues Gewand und schaut liebevoll auf das Jesuskind, das sie auf dem Arm trägt und zärtlich an sich drückt. Das Bild ist zwar nicht sehr groß, dafür aber voller Symbolik. So wurden beispielsweise die Blumen und auch der Springbrunnen ganz bewusst gewählt.

Auge fürs Detail

Wer sich das Gemälde einmal etwas genauer anschaut, wird sich über die perfekt ausgearbeiteten Details - von den Engeln mit bunten Flügeln bis hin zu dem Ehrentuch aus Goldbrokat mit Blumen- und Tiermotiven - wundern, die Van Eyck makellos dargestellt hat. Auch die exakte Wiedergabe der Wasserstrahlen aus einem bronzenen Springbrunnen, sowie die große Vielfalt an Blumen weckt Erstaunen.

Ursprünglicher Rahmen mit authentischer Inschrift

Bemerkenswert ist auch, dass sich das Gemälde noch in seinem ursprünglichen Rahmen befindet, der  teilweise mit der Tafel aus einem einzigen Stück Eiche geschnitten und später mit einer rosa-grauen Marmorimitation bemalt wurde. Der Künstler brachte darauf sein Motto ALS IXH XAN - die mittelalterliche Schreibweise für „Als ich can”, bzw. (So gut) wie ich es kann - an und verweist damit auf die Bescheidenheit des mittelalterlichen Künstlers hinsichtlich des Kunstwerks. Unter der Inschrift erkennt man auf Lateinisch die Signatur „Jan van Eyck hat mich gemacht und vollendet im Jahr 1439”.  

Die Madonna am Springbrunnen gilt als Eichpunkt für das Werk Jan van Eycks. Dank der authentischen Inschrift besteht kein Zweifel über den Urheber und das Entstehungsjahr. Außerdem handelt es sich hier um das letzte der noch bekannten Werke Van Eycks, das eigenhändig vom Meister geschaffen, datiert und signiert wurde. Van Eyck malte es zwei Jahre vor seinem Tod.

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