„Der Maler versuchte genau wie ein Regisseur von Horrorfilmen alle Sinne zu erregen, um seine Zeitgenossen in Angst und Schrecken zu versetzen,” schreibt die Bruegel-Biografin Leen Huet.

 

Vulkanisch

Seinen Titel hat das Gemälde der Frau zu verdanken, die Sie links unten sehen. Sie trägt eine Art Rüstung. Im Vergleich zu den anderen Figuren wirkt ihre Gestalt hünenhaft. Die tolle Grete stürmt an dem aufgerissenen Maul der Hölle vorbei. Hinter ihr sind Frauen anscheinend gerade dabei, zu plündern. Rechts erscheinen männliche Soldaten auf dem Gemälde, außerdem sind allerlei bizarre Monster, seltsame Kreaturen und ungewöhnliche Konstruktionen zu erkennen. Der Horizont scheint zu brennen. Nein, fröhlich ist dieses faszinierende Bild auf keinen Fall, eher chaotisch. Als Fritz Mayer van den Bergh es gerade gekauft hatte, bezeichnete es der große Spezialist Max Friedländer treffend als „ein vulkanisches Gemälde”.

 

Kampf der Geschlechter?

Über die „Dulle Griet” wurde bereits sehr viel gesagt und geschrieben. Ganz allgemein betrachtet scheint das Gemälde vom Kampf der Geschlechter zu handeln. Das Verhältnis zwischen Mann und Frau wird schon seit der Antike in Komödien und anderen Kunstwerken thematisiert. Bruegel ließ seiner Fantasie freien Lauf und nutzte bei diesem Werk wohl seinen Vorläufer Hieronymus Bosch als Inspirationsquelle. Er schuf auf diesem Bild auch eine Art umgekehrte Welt: Die Frauen haben die Hosen an.

 

Werkangaben

  • Pieter I. Bruegel (um 1525-1569)
  • Dulle Griet (Die Tolle Grete), 1561
  • Öl auf Holz