Meyndert Sonck, der Mann links auf dem Bild, war Bürgermeister der niederländischen Provinzstadt Hoorn. Hier sehen wir ihn in Gesellschaft seiner Familie: seiner Frau Agatha van Neck, die einen Fächer in der Hand hält, und ihren fünf Kindern. Das jüngste befindet sich hinten auf dem Arm der Amme. Albert, der einzige Sohn des Paares, steht sicher nicht zufällig direkt neben seinem Vater. (Später bekam das Ehepaar noch ein sechstes Kind.)

 

Beste Gewänder

Maler erhielten im 16. Jahrhundert - dem Goldenen Jahrhundert der Niederlande - immer häufiger Aufträge von wohlhabenden Bürgern, die bei ihnen u. a. Familienporträts bestellten. Die Familienmitglieder trugen aus diesem Anlass ihre besten Gewänder. Bei den Kindern war das eine Art Schürze aus Batist über einem Leibchen und Rock, die oft auch mit Spitze versehen war.

 

Junge?

Woher wissen wir eigentlich, dass Albert ein Junge ist? Jungen trugen im 17. Jahrhundert lange Gewänder, bis sie ungefähr 6 oder 7 Jahre alt waren. Dass Albert ein Junge ist, erkennt man an dem Federhut, dem etwas eckigeren Kragen wie bei seinem Vater und der Münze, die an einer Kette schräg über seiner Brust hängt. Diese Art von Schmuck trugen ausschließlich Jungen.

 

Werkangaben

  • Jan Albertsz. Rotius (1624-1666)
  • Porträt von Meyndert Sonck mit Frau, Kindern und Amme, 1662
  • Öl auf Leinwand