Es handelte sich dabei zuerst um 12 separate runde Medaillons, die jedoch schon früh zu einem Tafelbild vereint und mit Texten versehen wurden. Kein Geringerer als Bruegel selbst hat Stück für Stück alle Bilder gemalt. Zu sehen ist darauf jeweils eine Figur in voller Aktion.

Foto: Ans Brys

 

Redewendungen

Die Szenen stellen mit einer guten Portion Humor Sprichwörter und Redewendungen dar. Hier einige Beispiele ins Deutsche übertragen: „Wer überflüssige Arbeit verrichten will, streut Rosen (Perlen) vor die Säue”. „Wenn ich eine Rüstung trage, werde ich übermütig. Dann hänge ich der Katze die Schelle um”. „Ganz gleich, was ich tue, es ist vergeblich. Ich pinkle den Mond an”. „Der Erfolg meines Nebenmannes tut mir weh. Ich will nicht, dass die Sonne ins Wasser scheint”. Dieser letzte Spruch bedeutet: „Ich gönne einem anderen sein Glück nicht“.

 

Guter Rat

Oben bringt der lateinische Text zum Ausdruck, was der Zweck dieser Szenen aus dem täglichen Leben ist: Sie alle geben auf lustige Weise gute Ratschläge und stellen das Verhalten der Menschen an den Pranger.

 

Kleine Figuren

Die kleinen Figuren scheinen etwas grob und ungeschickt gemalt worden zu sein. Das kennt man jedoch von Bruegel. Der große Bruegel-Spezialist Manfred Sellink wies erst kürzlich daraufhin, dass man die kleinen Figuren auf diesem frühen Werk von Bruegel gut mit dem vergleichen kann, was auf der „Tollen Grete” zu sehen ist. Die beiden Gemälde hängen im Museum nebeneinander!

 

Werkangaben

  • Pieter I. Bruegel (um 1525-1569)
  • Zwölf Sprüche auf Tellern, 1558
  • Öl auf Holz