Restaurierung in einem weltberühmten Atelier

Im Januar 2017 beginnt die Restaurierung des Gemäldes Dulle Griet von Pieter Bruegel dem Älteren und des Selbstporträts von Peter Paul Rubens. Die Restaurierung der beiden Gemälde dauert ungefähr ein Jahr und verläuft in mehreren Phasen. Die Restaurierung wird vom ‚Königlichen Institut für Kunsterbe‘ (KIK, Brüssel) durchgeführt. Das Atelier genießt – unter anderem wegen der Restaurierung des Lamm Gottes – Weltruf.

Technische Untersuchung

Die Restauratoren unterziehen das Gemälde zuerst einer technischen Untersuchung – unter anderem mit Dendrochronologie (diejenige Fachrichtung der Wissenschaft, die sich mit dem Datieren von Holzobjekten beschäftigt) und einer Pigmentanalyse – und beginnen danach mit der Restaurierung. Ein erster Leitfaden dafür sind die verfügbaren Daten von Experten.

Verblüffende Resultate über die Dulle Griet

In 2012 brachte die Untersuchung des Teams von Prof. Dr. Martens von der Universität Gent durch Makrofotografie, Infrarot- und Röntgenaufnahmen verblüffende Resultate über die Dulle Griet ans Licht. So stellte sich heraus, dass Pieter Bruegel das Gemälde schon Dulle Griet taufte; unter der Farbe war das Wort ‘dul’ mit Feder und Tinte geschrieben. Vermutlich bildete das Werk eine Reihe mit dem Fall der Engel (Brüssel, Königliche Museen der Schönen Künste Belgiens) und dem Triumph des Todes (Madrid, Museo Nacional del Prado), was die Funktion als Bindeglied bestätigt. Die Untersuchung ergab auch ein detailliertes Bild der Vorzeichnung des Gemäldes. So ist zu sehen, dass die Dulle Griet ursprünglich ihre Zunge herausstreckte. Bruegel beschloss danach, nur strenge Lippenkonturen zu malen. Auch die ursprünglichen Farben kamen ans Licht.

 

Im Jahre 2019 zurück

Die Dulle Griet wird beim großen Event-Programm erstmalig wieder glänzen, das im Jahre 2019 in Flandern im Rahmen der Gedenkfeier zum 450. Todestag von Bruegel ausgebreitet wird. Im Frühjahr 2019 wird der Fokus auf Brüssel liegen, im Spätjahr legt Antwerpen mit einem Bruegel-Programm nach.